Straßenaktion

“Was ist schon dabei, auf einen Penner zu pissen?”
“Dieser Dreck hat es nicht anders verdient!”
“Sie ist selbst schuld, wenn sie auf der Straße schläft.”

Die Aussagen in großer Schrift auf Alubond-Rahmen gedruckt und an Schlafsack-Skulturen angelehnt, stehen wir inmitten einer improvisierten Zeltstadt an einem Samstagmorgen auf einem gut belebten Wochenmarkt. Nicht jeder Marktbesucher bleibt stehen, mit einigen kommen wir schnell ins Gespräch. Viel Zeit haben wir nicht, die Aktion ist unangekündigt. Nach gut einer Stunde ziehen wir weiter zum nächsten Ort, mitten in die Fußgängerzone von Saarbrücken.

Hintergrund

Gemeinsam mit der Wärmestube Saarbrücken, der freien Künstlerin Annette Orlinski und der Kreativagentur „Maksimovic Next“ entwickeln wir eine Kampagne, um das Schicksal vieler Obdachloser in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und neue Ehrenamtler*innen zu gewinnen. Das Leitmotiv ist eine mobile Zeltinstallation, angelehnt an die viel diskutierte Räumung eines Zeltplatzes von Obdachlosen in Saarbrücken im Januar 2023.

Wirksamkeit

Im Winter 2023/24 platzieren wir die Zeltinstallation an ungewöhnlichen Orten, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. Während des Filmfestivals Max Ophüls ist sie in einem Schaufenster in unmittelbarer Nähe des größten Kinos von Saarbrücken zu sehen. Ein überdimensionaler QR-Code im Schaufenster ermöglicht es, Kontakt zur Wärmestube aufzunehmen. Kurz danach schlagen wir mit der Zeltinstallation auf den beiden bekanntesten Wochenmärkten in Saarbrücken auf. 

Beide Aktionen erzielten schnell Erfolge: In den Wochen nach den Aktionen melden sich viele Interessenten bei der Wärmestube. Zwölf von ihnen arbeiten inzwischen regelmäßig als ehrenamtliche Kräfte vor Ort.